Nach knapp 12 Jahren hat Id Software sich mal wieder an einen komplett neuen Doom-Teil gesetzt und lässt nach Doom 3 die Zahl jetzt auch komplett weg. Viele haben natürlich auf diese Fortsetzung gewartet, denn Doom hat das Shooter-Genre schon damals revolutioniert. Doch wie ist der neueste Teil der Serie überhaupt? Genau diese Frage wird im folgenden Test beantwortet!

Nach dem Start von Doom findet man sich im Menü wieder, wo man sich zwischen dem Multiplayer, der Kampagne und SnapMap entscheiden kann.

Die Doom Singleplayer-Kampagne

Der wichtigste Teil von Doom ist natürlich die Singleplayer-Kampagne, welche sich über ca. 12 Stunden streckt. Mit den 5 verschiedenen Schwierigkeitsgraden, die von „Zu jung zum Sterben“ bis „Ultra-Albtraum“ reichen, kann man sich den Kampf gegen die Dämonen entweder zum Kinderspiel oder zur puren Hölle machen. Ohne große Videosequenzen oder sonstigen weitreichenden Dialogen wird man ins Spiel geworfen und weiß sofort Bescheid worum es geht – die Zerstörung der Dämonenhorden. Nach kurzer Zeit erhält man bereits seine Shotgun und somit auch eine der wertvollsten Waffen von Doom. Schon von Anfang an findet man Gefallen an dem schnellen Gameplay, denn sowohl man selbst, als auch die Gegner, bewegen in einer angenehmen Geschwindigkeit. Trotzdem sind die Bewegungen alle sehr flüssig. Die wichtigsten Kämpfe gegen große Massen an Dämonen finden meist in Arenen statt. In diesen kann man sich jedoch komplett frei bewegen und genau diese Stellen werden sogar zum Ende hin nicht langweilig. Auch Powerups sind dort zu finden, die einen zum Beispiel Unverwundbar oder zum Berserker machen. Diese Kleinigkeiten runden die Kämpfe auf und machen Doom für eine kurze Zeit zu einem anderen Erlebnis.

Die Glory-Kills, also die Killmoves, sind den Meisten wohl schon bekannt. Diese erlauben dem Spieler einen Dämonen nach einigen Schüssen möglichst brutal im Nahkampf zu erledigen. Diese Animationen machten mir persönlich bis zum Ende Spaß, jedoch werden einige auch keinen Gefallen an dieser Neuerung finden. Denn das schnelle Gameplay wird durch kurze Nahkampfkills gestört und schränken den Spielfluss etwas ein. Jedoch kann man auf die Glory-Kills auch nicht verzichten, denn diese liefern dem Spieler etwas Leben und die nötige Munition. Somit ist man auf die Animationen hin und wieder angewiesen, auch wenn man einfach keine Lust darauf hat.

Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit um an Munition zu kommen – die Chainsaw. Mit der Kettensäge ist es im Endeffekt jedoch so ziemlich das Gleiche. Im Nahkampf wird der Dämon zersägt und liefert ziemlich viel Munition für jegliche Waffen. Hiermit kann man etwas besser im Spielfluss bleiben, jedoch ist dies auch nicht unbedingt die perfekte Lösung.

Die Munition wird für die 8 verschiedenen Waffen genutzt, welche man alle wie gewohnt mitten im Kampf nutzen kann. Hier kommt dann auch schon der moderne Teil von Doom zum Vorschein – denn es gibt einige verschiedene Arten seine Waffen und seinen Charakter aufzuwerten. Im Spiel hat man die Möglichkeit seine Waffen mit Mods zu erweitern, wie zum Beispiel einen Granatwerfer für seine Shotgun. Durch Waffenpunkte, welche man durch das Spielen selbst erhält, kann man diese Mods dann auch noch upgraden. Für den Charakter selbst gibt es ähnliche Punkte und Argent-Zellen, durch die man zum Beispiel die Gesundheit erhöhen kann. Viel interessanter sind hier jedoch die Runen. Diese erhält man durch kleinere Challenges die verteilt auf der Map zu finden sind. Mit diesen Runen hat man dann Zugang zu Kleinigkeiten wie zum Beispiel das Erhalten von Rüstung durch Glory-Kills oder Ähnlichem.

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Secrets an jeder Ecke

Die wunderschönen Maps, welche auf dem Mars oder später sogar in der ziemlich hellen Hölle spielen, sind im späteren Spielverlauf recht groß und mit Dutzenden Secrets versehrt. Auf den Ultra-Einstellungen sieht Doom an vielen Stellen sehr schön aus und durch die vielen verschiedenen Lichter ist das Spiel ein kompletter Genuss. An einigen Stellen kommt es einem leider vor wie ein Schlauchlevel, jedoch fallen diese Passagen nicht unbedingt negativ auf. Man kämpft sich von Gebiet zu Gebiet, von Arena zu Arena durch, tötet große Massen an Dämonen und findet mit etwas Glück sogar noch versteckte Puppen, Powerups oder sogar Retro-Level mit dem alten Design von Doom. Das erinnert einen wieder an die alten Teile, denn genau durch diese Kleinigkeiten neigt man dazu die komplette Karte abzusuchen und die versteckten Geheimnisse und Easter-Eggs zu finden.

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Der Multiplayer und SnapMap

Dann gibt es da noch die 2 anderen Features von Doom, auf die ich auch noch ein wenig eingehen möchte – den Multiplayer und SnapMap. Der Multiplayer hat sich zu den Vorgängern total verändert und ist „leider“ viel zu modern geworden. Das Einfärben der Rüstung und der Waffen ist hier nur das kleinste Problem. Ähnlich wie bei den modernen Shootern wie Call of Duty erstellt man sich auch bei Doom jetzt Klassen, welche 2 Waffen und eine Granate tragen können. Mit dieser Klasse geht es dann in die bekannten Spielmodi wie Team Deathmatch und ballert wild um sich. Medi-Packs, Rüstung und Munition sind verteilt auf der Karte zu finden. Jedoch gibt es im Multiplayer auch noch die Revenants, welche den Spieler zu einem viel zu starken Dämon machen, der alle Gegner zerreißt. Somit ist der Multiplayer-Teil eher auf schnelle und actionreiche Spiele ausgelegt, welche auch den etwas schlechteren Spielern mit modernen Mechaniken wie das Levelsystem Spaß machen soll.

SnapMap hingegen ist ein sehr schönes Tool für kreative Köpfe. Hier könnt ihr eure eigenen Karten bauen und diese auch mit anderen Personen Online teilen. Die Bedienung wird einem zu Anfang erklärt und ist für den Umfang recht simpel. Mit wenigen Kniffen könnt ihr bereits großartige Maps erstellen, welche die Doom-Community bereichern kann. Somit ist der Umfang des Spiels im Endeffekt endlos, denn es werden in Zukunft immer mehr gute Karten erscheinen, die man sich unbedingt mal anschauen muss!

Fazit

Vor allem im Singleplayer ist Doom die perfekte Mischung aus den Vorgängern und den modernen Mechaniken von Shootern. Die Welten sind liebvoll gestaltet und sehen auf den höchsten Einstellungen einfach unfassbar gut aus. Die Lichter schaffen es eine gewisse Atmosphäre aufzubauen und machen das Gemetzel zu einem noch besseren Erlebnis. Das Gameplay ist nahezu perfekt und auch wenn die Glory-Kills einige stören wird, sehen die Animationen der Killmoves bei jedem Dämon richtig gut aus. Nach einigen Stunden hintereinander wird Doom recht langweilig, nach einer Pause hingegen kann das Gemetzel der Dämonenhorden aber wieder weitergehen. Somit ist der Singleplayer-Kampagne recht wenig auszusetzen. Jeder der auf schnelle und actionreiche Einlagen steht ist bei Doom genau richtig. Auch SnapMap und der Multiplayer sind möglicherweise ein Kaufgrund. Kreative Köpfe können sich bei SnapMap, natürlich nicht komplett grenzenlos, austoben und eigene Karten für die Community erstellen. Der Multiplayer ist eher etwas für Liebhaber der heutigen Online-Shooter. Fans von Call of Duty, welche sich nicht von einigen Einflüssen aus den Retro-Shootern stören lassen, können diesem neuen Teil von Doom zuschlagen!

Wertung: 85/100

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Vielen Dank an Kinguin für den Key und die Ermöglichung dieses Tests!